Die Geschichte der Sudetendeutschen

Hintergrundwissen

Frage: Woher kommt der Name “Sudetendeutsche”?
Antwort: Von dem rund 330 Kilometer langen Gebirgszug der Sudeten leitet sich die Bezeichnung “Sudetendeutsche” ab. Der Name “Sudetendeutsche” wurde vereinzelt schon im 19. Jahrhundert benutzt und setzte sich seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts, vor allem ab 1919, als Sammelbegriff für die über drei Millionen Deutschen in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien (= böhmische Länder) durch. Die Sudetendeutschen sind in sich durchaus vielfältig. Sie unterscheiden sich nach Mundart, Herkunft und regionaler Kultur entsprechend den angrenzenden deutschen Regionalbevölkerungen der Altbaiern, Franken, Sachsen und Schlesier. Ihr Schicksal seit 1918 hat sie jedoch zu einer politischen Einheit werden lassen.
Frage: Wo liegt diese Gebiet, und wie groß ist es? 
Antwort: Dieses Gebiet der Sudetendeutschen liegt im Norden Böhmens, Mährens und Sudetenschlesiens und ist knapp 28.000 Quadratkilometer groß.
Frage: Wie entstand dieses Gebiet?
Antwort: Das Gebiet bestand aus Böhmen, Mähren und einem nach dem siebenjährigen Krieg 1763 zwischen Preußen und Österreich verbliebenden kleiner Teil von Schlesiens, welcher bei Österreich geblieben war.

Sudetendeutsche Bevölkerungsbilanz (Stand 1959)

A. Vor der Vertreibung
1. Vor dem Zweiten Weltkrieg
   Sudetendeutsche Bevölkerung im Mai 1939
a) 1938 an das Reich angeschlossenes 
   sudetendeutsches Grenzgebiet                              3.064.000
b) Olsa-Gebiet (im November 1938 zu Polen,
   ab Mai 1945 wieder bei der CSR)                              10.000
c) "Protektorat" Böhmen und Mähren                             258.000
                                                             3.332.000
2. Veränderungen vom Mai 1939 bis Mai 1945
a) Geburtenüberschuss und Wanderungsgewinn                   + 163.000
b) Kriegsverluste (einschließlich Zivilisten)                - 200.000

Zahl der Sudetendeutschen vor der Vertreibung 
(nach heutigem Wissensstand eher 3,20 Millionen)             3.295.000
B. Nach der Vertreibung
a) Zahl der 1950 in den Aufnahmeländern lebenden
   vertriebenen Sudetendeutschen (nach heutigem
   Wissenstand etwas weniger)                                2.890.000
b) Abzüglich Geburtenüberschuss 1945 bis 1950                 - 76.000
c) In der CSR/CSSR verbliebene Sudetendeutsche               + 235.000
d) 1950 vermutlich noch lebende Kriegsgefangene, 
   zivile Internierte, Vermisste und Verschleppte              + 5.000
Nach der Vertreibung noch nachgewiesene Sudetendeutsche 
nach heutigem Wissensstand etwas unter 3 Mio.)               3.054.000
C. Verbleib ungeklärt (= Vertreibungsverluste) - 
Nach heutigem Wissenstand eher etwa 270.000                    241.000

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